Ich
könnte mir vorstellen, dass es einigen Menschen so
geht,
wie mir bzw.
uns. - Man möchte sich vorher schon vorstellen,
wie das dann ist, wenn man seinen Welpen dann endlich zu Hause
hat.
Es
schwirren einem so viele Überlegungen durch den Kopf.
Wird mein Welpe denn nachts auch schlafen? Wird
er denn auch
schön pi-pi machen?
Hoffentlich jault er nicht die ganze Nacht. Und wie
wird das erst,
wenn wir wieder arbeiten gehen müssen?
Und wird sich der Welpe auch mit dem Kater vertragen?
.....usw.
Aus diesem Grund möchte ich mal beschreiben, wie das gewesen ist, nachdem unser Indus bei uns ankam.
Da wir erst im Dunkeln zu Hause ankamen, hatte Indi nicht mehr viel Zeit den Garten zu erkunden. Dummer Weise
konnte ich auch nicht erkennen, ob er schon pipi gemacht hatte.
Ich
bin auch nicht auf die Idee gekommen, ihn mal unter den Bauch zu
fassen und zu gucken, ob er da ein bisschen nass war.
Na
gut, dann sind wir eben öfters raus gegangen, und
Indi hat dann doch
versucht, im Dunkeln den Garten zu erkunden.
Dann
ging es ab ins Bett...
Wir hatten für Indus ein kuscheliges Körbchen gekauft, das ich mir direkt vor mein Bett gestellt habe.
Der kleine Indi in dem großen Körbchen, dass sah ja putzig aus. Gejault hat er in dieser Nacht nicht ein einziges Mal.
Wenn
er unruhig wurde und fiepte, habe ich ihn getröstet und dann schlief er wieder ein.
5
Uhr war dann die Nacht zu Ende. Ich bildete mir ein, nun müsse er sicher dringend mal raus.
Draußen war es schon hell und nun konnte
Indi prima den Garten erkunden. Die Nacht war zu Ende.
(Vorweg: es war die
einzigste kurze Nacht bisher, die anderen
Nächte liefen problemlos ab.)
Gegen halb Sechs haben wir dann einen
schönen Spaziergang gemacht.
Auch Halsband und Leine (hatte er bisher nicht getragen) waren
kein Problem. Er akzeptierte es problemlos.
(Ich hätte auch ohne mit ihm laufen können, da er immer hinter
mir herhopste.)
Es dauerte knapp zwei Wochen, dann hatte er auch das
große
Geschäft im Griff.
(Ab und zu lag auch mal ein Häufchen unter dem Tisch, weil niemand seine Not bemerkt hatte.) Aber
er fing dann an zur
Tür zulaufen,
wenn er raus wollte. Dann klappte der Rest auch.
Da ich halbtags arbeiten gehe, muss Indi ca. 4 Stunden am Stück
alleine bleiben und das muss erst gelernt sein!
Frau Otto (unsere Züchterin) hatte mir das Buch:
Die Mönche
von New Scete empfohlen. (Literaturhinweis)
Darin beschreiben die Mönche unter anderem, wie man Problemhunden
das Alleinsein beibringt, nämlich mit Hilfe einer Trillerpfeife.
(Geräuschkonditionierung)
Also besorgte ich mir eine Trillerpfeife und wir begannen
vom zweiten Tag an, Indus für kurze Zeit im Haus allein zu
lassen. Er hat ganz jämmerlich geschrien. Und ich habe
dann von
draußen gepfiffen.
Dann haben wir die Zeiträume des Alleinseins gesteigert.
Zuerst war ich immer in Hörweite, habe Gartenarbeit erledigt.
Wenn er geschrien hat,
habe ich gepfiffen.
Nachdem das so einigermaßen geklappt hat, bin ich dann z.B.
Einkaufen gegangen.
Ich habe ihn auch öfters am Tag für ca. eine halbe Stunde allein gelassen
und dann nach und nach
die Zeit gesteigert.
Dann war der Urlaub zu Ende und mein Sohn, der noch
Ferien
hatte, hat dann die Übungen fortgesetzt. Da mein Großer längere
Zeit morgens schlief, blieb Indi dann anfangs
ca. 2 Stunden allein.
Das wurde dann wieder noch gesteigert.
Bevor im morgens zur Arbeit gehe, mache ich jeden Tag mit
Indi
einen Spaziergang, so ca. 20 min. Dann hat er alle geschäftlichen Sachen erledigt.
Wenn ich dann gehe, sage ich zu ihm immer die gleichen Worte: Frauchen muss
arbeiten gehen, sei schön brav und pass auf.
Ich sage das in ganz normalem
Ton– Nur kurz und knapp und dann kriegt er noch ein Leckerli, dann gehe ich
einfach los.
Ich denke, er hat anfangs immer sehr viel geschlafen.
In der Mittagspause fahre ich dann nach Hause und wir machen
wieder einen kurzen Spaziergang.
Wenn ich dann wieder zur Arbeit muss,
verabschiede ich mich wieder mit den gleichen Worten.
Dann ist bald die Schule zu Ende und der Große kommt nach
Hause.
Eigentlich hat das immer gut geklappt. Kater Otto und Indi schliefen brav jeder in seinem Körbchen.
Nun schläft Indi nicht mehr so lange und ich vermute, dass es ihm langweilig wird. Denn in letzter Zeit häufen sich Kleinigkeiten, die er zerlegt hat.
Gerne räumt er den Papierkorb
aus (der jetzt frühmorgens hochgestellt wird).
Oder er schaut auf den Tischen nach, ob da nicht etwas leckeres
aus Plastik rumliegt.
Indus liebt Plastik, vor allem aber Kulis und Klammern.
Also wird nun jeden
Morgen sorgfältig darauf geachtet, dass
die Tische abgeräumt sind und dass in Indus’ Reichweite nichts
rumliegt.
Vor allem aber achte ich darauf,
dass die Kinderzimmertüren geschlossen sind, denn sonst würde er sich
wieder Plastikspielzeug klauen.
Indi hat reichlich Kauutensilien (Kauknochen, Büffelhautknochen), aber ein Kuli ist eben
ein Kuli und den
holt er sich auch vom Schrank herunter.
Zum Glück hat er unsere Möbel verschont, auch die Türen sind ganz
geblieben.
Er mag allerdings im Haus keine geschlossenen
Türen. - Er will sowieso immer dort sein, wo wir gerade sind.... auch im
Bad.
Das stille Örtchen besuche ich (seit dem wir Indus haben)
schon
lange nicht mehr
allein.
Aber trotzdem ist unser Indi nie
aufdringlich. Er legt sich brav hin und schaut eben nur zu oder er schläft so lange,
bis man den
Raum verlässt, dann kommt er sofort nach.
(Text von 2001)
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